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Hühnerauge

Unsere Füße sind tagtäglich großen Belastungen ausgesetzt. Sie tragen unser gesamtes Körpergewicht, bringen uns an die verschiedensten Orte und stecken über Stunden hinweg in festem Schuhwerk. Sind die getragenen Schuhe zu eng und üben an manchen Stellen zu großen Druck auf den Fuß aus, entwickelt sich dort Hornhaut. Leider bildet diese die Grundlage für ein sehr unangenehmes Fußproblem – das Hühnerauge. Setzt man den angegriffenen Fuß also weiterhin dem ständigen Reiben und Drücken unbequemer Schuhe aus, könnte sich schon bald an einem Zeh oder am Fußballen ein solches Übel bilden.

Was ist ein Hühnerauge?

Hühneraugen verdanken ihren seltsamen Namen ihrer Ähnlichkeit mit einem Vogelauge (daher sind sie im Volksmund auch unter den Namen Elsternauge und Krähenauge bekannt). Mit einem richtigen Auge haben sie jedoch nicht viel gemeinsam, denn bei ihnen handelt es sich nur um kleine Bereiche verdickter Hornhaut.

HühneraugenEin Hühnerauge entsteht, wenn die an Haut an jenen Stellen, an denen sie besonders dünn über einem Knochen liegt (zum Beispiel an den Zehen), einem steten Druck oder einer anhaltenden Reibung ausgesetzt wird.
Sobald dieser Fall eintritt, verdickt sich die Haut in diesem Bereich und bildet die sogenannte Hornhaut. An sich ist die Hornhaut also nichts Schlechtes, denn sie schützt die sensibleren Regionen vor schädlichem Druck.
Unangenehm wird das Ganze jedoch, wenn der Druck punktuell zunimmt und über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen bleibt. Dann bildet sich ein Hornhautzapfen, welcher immer weiter und tiefer in die Hautschichten eindringt. Diesem kegelförmigen Wachstum verdankt das Hühnerauge übrigens seine lateinische Bezeichnung Clavus, was übersetzt „Nagel“ heißt.

Wichtig: Je länger der Druck anhält, desto tiefer werden die Ausläufer des Hühnerauges reichen. Dies kann letzten Endes dazu führen, dass die dort liegenden Nervenfasern bei erneut aufkommendem Druck gereizt werden. Dadurch entstehen beim Laufen und Stehen für Betroffene mittlere bis starke Schmerzen.

Mediziner kennen viele verschiedene Formen von Hühneraugen und grenzen diese untereinander ab. So gibt es beispielsweise Arten, die nur unter dem Fußnagel zu finden sind, aber auch solche, die mit Nerven durchsetzt und daher sehr schmerzhaft sind. Es dürfte klar sein, dass unterschiedliche Formen eines Leidens auch unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten erfordern, daher ist ein Besuch beim Arzt oder Podologen sehr zu empfehlen.

Wichtig: Bei einer Behandlung durch einen Nicht-Fachmann besteht zusätzlich die Gefahr der Verwechslung des Hühnerauges mit Dornwarzen, da diese beiden Leiden für Laien nicht unbedingt auf den ersten Blick voneinander zu unterscheiden sind. Ein erfahrener Arzt (oder Podologe) wird dies jedoch können und die richtige Therapie in die Wege leiten.

Die Behandlung von Hühneraugen

Wie bereits erwähnt wurde, ist es durchaus sinnvoll, eine medizinische Fachkraft mit der Behandlung des Hühnerauges zu betreuen, obschon es durchaus Möglichkeiten gibt, eine entsprechende Therapie selber durchzuführen. Leider besteht bei solchen Vorgehensweisen immer die Möglichkeit, das Problem nicht gänzlich zu beseitigen oder es sogar zu verschlimmern.

Eine Art der Behandlung von Hühneraugen sind die sogenannten Hühneraugenpflaster. Diese werden über die Problemstelle geklebt und verbleiben dort circa drei bis fünf Tage lang. Die Mitte des Pflasters ist meistens mit einem Medikament (oftmals Salicylsäure) versehen worden, welches während der Tragedauer dann stetig auf die Haut einwirkt. Die Hornhaut wird durch die Chemikalie aufgeweicht, so dass sie relativ einfach abgetragen werden kann.

Wichtig: Auch wenn diese Pflaster in vielen Drogeriemärkten und Apotheken frei verfügbar sind, sollte die Behandlung mit größter Sorgfalt und Vorsicht vorgenommen werden. Falls das Pflaster verrutscht, wird die gesunde Haut von der Säure angegriffen und kann schwer verletzt werden.

Einem ähnlichen Prinzip folgt die Therapie mit salicylhaltigen Tropfen. Diese werden mit einem feinen Pinsel auf dem Hühnerauge aufgetragen und bilden nach dem Trocknen eine dünne Schicht auf der Haut. Die Salicylsäure wirkt wie gehabt und weicht die Hornhaut auf, so dass diese entfernt werden kann. Das Einstreichen mit den Tropfen wird in der Regel mehrmals täglich wiederholt, wobei die entstandene Schicht von der vorherigen Anwendung anfangs vorsichtig gelöst werden muss.

Ärzte und Podologen können den Hühneraugen mit Skalpellen und Fräsen zu Leibe rücken. Sie werden den betroffenen Fuß vor der Behandlung in einem Fußbad einweichen lassen und tragen danach die Hornhautschichten vorsichtig ab. Ist das Hühnerauge bereits zu tief gewachsen, kann ein operativer Eingriff nötig werden.

Tipp: Nach der erfolgreichen Entfernung eines Hühnerauges empfiehlt es sich, spezielle Schaumstoffringe an der behandelten Stelle zu befestigen. Diese werden in den ersten Tagen nach der Therapie jeglichen Druck von diesem Bereich fernhalten.

Achtung: Eine Entfernung des Hühnerauges gibt dem Betroffenen jedoch keinerlei Garantie dafür, dass dieses Fußproblem nicht erneut auftauchen könnte. Ganz im Gegenteil: Sollten sich die Gewohnheiten bezüglich des falschen Schuhwerks nicht ändern, wird es sogar sehr wahrscheinlich zur erneuten Entwicklung eines Hühnerauges kommen.

Hühneraugen vorbeugen

Da Hühneraugen durch steten, ungesunden Druck auf die Haut entstehen, ist es ratsam, sich eingehend mit seinem Schuhwerk zu befassen und jene Modelle auszusortieren, die bei längeren Gängen großen Druck und Reibung am Fuß erzeugen. Betrifft dies die absoluten Lieblingsschuhe, heißt es natürlich nicht, dass man diese nie wieder tragen darf. Man sollte die Tragezeit dieses Schuhwerks jedoch auf ein Minimum reduzieren und die entsprechenden Stellen vielleicht mit speziellen Schutzpflastern (aus der Apotheke) auspolstern.
Wird der ungünstige Druck jedoch durch eine Fehlstellung des Fußes hervorgerufen, ist es sinnvoll, diese medizinisch behandeln zu lassen!